Brief an Hanny Porter
Pressestimmen

»Ich empfehle “Ein Brief an Hanny Porter” von Thor Kunkel. Klingt nach einem dreisten Harry-Potter-Plagiat ist aber ein perfekt erzählter Psycho-Thriller. Sozialneid führt zu Kriminalität: Arme Alte nehmen sorglose Reiche in deren Ferienhaus auf Maui gefangen - ein Sommernachtsalbtraum.
Auch wenn es hier nicht so offensichtlich ist wie bei seinem bahnbrechenden Roman »Das Schwarzlicht-Terrarium« - Kunkel ist die Zukunft der deutschen Literatur.« - FOCUS, 30.Juni 2000 »Literaturtip des Monats«
»Auch in seinem zweiten Buch stimmt die Chemie – dieser Krimi-Brief ist ein fesselnder Psycho-Krimi, eine Geschichte, die um Verfilmung schreit.«
- FRANKFURTER RUNDSCHAU, 2.6.2001
»Vor dem Hintergrund des medialen Geschehens um den Simpson-Prozess verarbeitet er die Gesellschaftsproblematik der USA zu einem privaten Drama.«
- EDIT, Nr. 25, Frühjahr 2001
»Wie in einem Brechtschen Lehrstück lotet der Autor in dieser atemberaubenden Geschichte soziale Bedingungen und die Handlungsspielräume seiner Figuren aus und treibt sie auf die Spitze.«
- NDR, 22.5.2001
»In seinem neuen Buch “Ein Brief an Hanny Porter” beschreibt Thor Kunkel ein künstliches Paradies. Auf Hawaii. Eine abgeschottete Siedlung der Schönen und Reichen. In dem Roman wird sie zum Albtraum. Zwei arme, alte Besucher, die eine Woche Urlaub in dieser Siedlung in einem Preisausschreiben gewonnen haben, rächen sich an der Welt, aus der sie ein Leben lang ausgeschlossen waren. Harmlos zunächst, freundlich fast und von Seite zu Seite brutaler und hinterhältiger. Ein guter Psycho-Krimi. Ganz anders, schneller, glatter als das “Schwarzlicht-Terrarium“.«
- DIE TAZ, 22.4.2000
»Den Kampf zwischen Arm und Reich tragen die vier Protagonisten
in irrwitzigen Dialogen vor der Kulisse eines flimmernden TV-Bildschirms aus.«
- DER STERN, 26.5.2001
»Rache am System – so könnte man das übergeordnete Thema Thor
Kunkels nennen.«
- DEUTSCHES ALLGEMEINES SONTAGSBLATT, 11.05.2001
»Nicht nur wegen seiner Kürze demonstriert das Büchlein eine neue Facette des Autors : Er kann auch eine leichte Krimi-Novelle schreiben, die nebenbei den OJ-Simpson-Prozess reflektiert.«
- KULTURSPIEGEL, 5/2001
»Thor Kunkels Romane transportieren Zeitgeschichte in der Plastiktüte des Außenseiters.«
- EDIT, Nr. 25, Frühjahr 2001-09-10

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Der Roman
Thor Kunkel : »Ein Brief an Hanny Porter«, Rowohlt, PAPERBACK, 2001, Original-Ausgabe, 169 Seiten
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Das Audiobuch
»Ein Brief an Hanny Porter«, WortArt 2002
Hörspielbearbeitung: Steffen Moratz
mit Andrea Sawatzki, Christian Berkel,
Traugott Buhre, Rosemarie Fendel und Maria Happel
Regie: Christoph Dietrich
1 CD o ISBN 3-7857-1257-X o X,50
Audiobook-Rezension
THOR KUNKEL „EIN BRIEF AN HANNY PORTER“
nominiert für den Hörbuch-Preis 2003, Kategorie „Beste Unterhaltung“
Hanny und Richard Porter, ein vermögendes, amerikanisches Ehepaar, sind Besitzer eines traumhaften Bungalows auf Hawai. Sie verbringen hier ihre freie Zeit, ansonsten vermieten sie das Ferienhaus. Als Hanny dieses Mal wie immer vorausfliegt, um alles in Ordnung zu bringen, erlebt sie eine böse Überraschung: Das Haus ist verwüstet, die Matratze stinkt nach Urin, und ein, an sie gerichteter, höchst beunruhigender Brief wartet auf sie. Absender ist Elli. Sie hatte zusammen mit ihrem Mann, Marv, die Ferien in diesem Paradies in einem Preisausschreiben gewonnen. Die beiden Rentner sind nicht abgereist. Sie haben sich versteckt und gewartet, bis auch Richard, der “Hühnerbaron”, in dem Bungalow ist. Jetzt beginnt ein Horrortrip der Extraklasse. Das alte, verarmte und kranke Ehepaar aus New York nimmt das reiche, verwöhnte Gewinner-Paar als Geiseln. Mit Hilfe eines harmlosen Nervengifts – der alte Marv war Arzt und kennt sich aus – halten sie Hanny und Richard in Schach. Im Hintergrund läuft der Prozess um den Ex-Footballstar O. J. Simpson. Trotz erdrückender Beweislage wird dieser frei gesprochen.
Thor Kunkel, gebürtiger Frankfurter und aufgewachsen in einem der ärmsten Viertel der Stadt, lebt in Amsterdam. Er hat an der Städel-Kunstschule studiert, es folgten Aufenthalte in San Francisco und London. Seit 1985 arbeitet er in der Werbebranche im Bereich Multimedia und Film. Mit seinem ersten Roman “Das Schwarzlicht-Terrarium” erhielt er vor zwei Jahren den Ernst-Willner-Preis beim Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb. “Ein Brief an Hanny Porter” ist seine zweite Veröffentlichung. Thor Kunkel hat sich aus aussichtslosen Verhältnissen mit viel Kraft und Disziplin hochgearbeitet, weiß aber offenkundig noch immer, wo er her kommt.
Wie in einem Theaterstück werden in dem Hörspiel der Alptraum der Geiselnahme und die Hintergründe immer mehr zugespitzt. In der Enge entsteht ein fesselndes Entblättern von Äußerlichkeiten. Die Frage nach Gerechtigkeit tritt immer deutlicher hervor! Bis zum Schluss fast schon Verständnis auf Hannys Seite zu vermuten ist. “Rache am System” ist hier das bestimmende Thema. Ein überaus fesselndes Hörspiel, das manchmal – was aber nicht schlecht sein muss – etwas an Brechts Lehrstücke erinnert. Mit brillanten Sprechern (Andrea Sawatzki, Christian Berkel, Traugott Buhre und Rosemarie Fendel). Kriminalhörspiel, Spieldauer: ca. 64 Minuten, 1 CD.
Quelle: culture.text
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